Der Entwurf

Dieser Entwurf berücksichtigt nicht nur die Lösung einer neuen Design Schule, er löst auch das Problem der Zufahrt: So soll die Design Schule durch die Art und Weise der Bebauung, die sich mit den im Umfeld vorhandenen Bauachsen und der geschichtlich begründeten Stapelung von horizontalen Ebenen beschäftigt, jedem Besucher den "Neuen Haupteingang" signalisieren.

In Anlehnung des von Rem Koolhaas entworfenen Masterplans für das Zechengelände wurden auch in diesem Entwurf alle vorhandenen Bauachsen berücksichtigt. Das sollte eine, von vielen Herangehensweisen sein um der bestehenden Architektur von Fritz Schupp und Martin Kremer Tribut zu zollen und nicht der bewehrten entgegenzustemmen oder sie gar zu zerstören.

So zeigen die Bauachsen einen Eingangsbereich mit großen weiten Freiflächen. Die Zufahrt kann von zwei Straßen, die gleichzeitig auch die Gebäudekanten bilden angefahren werden.

Die Grundrisse bestehen aus einem karo-förmigen Parallelogramm, das als 3-stöckiges Atrium ausgebildet ist, einem dreieckigen Grundriss, in dem ein 3-geschossiges Gebäude steht, und in dessen Spitze ein kleines "Einraum-Hochhaus 60 m emporragt, das als Landmark das Weltkulturerbe ankündigen soll. Zu dem findet man einen 96m langen Präsentationsgang, der parallel zum Atrium auf eine bauliche Aussparung in die Spitze der dreigeschossigen Halle zuführt - so stehen alle Gebäude bezüglich ihrer Achsen und Ebenen in einem gemeinschaftlichem Kontext.

Das einraumgroße Hochhaus entstand aus der Idee: das Gelände benötigt eine Landmark. Wir haben lange Für und Wider abwägen müssen, ob die Landmark sich gegen das bereits vorhandene Wahrzeichen Essens, den großen Förderturm stellen würde: Wir haben beschlossen der Landmark einen Nutzen zukommen zu lassen und ihre Fläche dennoch auf ein Minimum zu reduzieren, so beinhaltet ihr 65 m² kleiner Grundriss einen Arbeitsraum mit Teeküche und WC (von Etage zu Etage wechselseitig), einen Fahrstuhl und ein Treppenhaus.

Die Landmark dient außerdem als Haupteingang für alle Design Gebäude, sowohl in die Halle als auch für das Atrium. Zusammen mit den 10 darüberliegenden Arbeitsräumen, der abschließenden Aussichtsplattform und der sich nach obenhin auflösenden Stahlkonstruktion erhält die Landmark eine Höhe von 60 Metern und bleibt damit bewusst unter der Höhe der zwei vorhandenen Fördertürme.

Die auffällige orange Verglasung verstärkt den Charakter einer Landmark und dem eines Designer Zentrums. Die Stahlkonstruktion, die sich nach obenhin auflöst soll den Schnittpunkt zweier Epochen versinnbildlichen in der sich das Gelände der Zeche Zollverein zur Zeit befindet. Es macht einerseits deutlich, dass eine Zeit abgebaut wird, oder bereits abgebrochen ist und eine neue aufgebaut wird. Die Landmark wird somit zum dritten Förderturm des Geländes.

Das Atrium wurde in geschichtlicher Anlehnung an das gesamte Revier gewählt: Wie sich auch früher das Arbeitsleben unter der Erde Abspielte, so wird auch in der Zukunft "Unter Tage" neue Kunst zu Tage gefördert. Im Atrium befinden sich Designer Werkstätten 3 Etagen unter der Erde: Sie wird durch die Landmark erschlossen und bietet zwei weitere Fluchttreppen, die baulich erforderlich sind.

Im ersten und zweiten Untergeschoß werden die Räume durch einen Gang erschlossen, während sich im unteren Geschoss zusätzlich zu den Werkstätten auch noch Cafés, Bistros und eine große gemeinschaftliche Erholungsfläche mit Cortenstahl Plastiken und einer Wasserfläche befinden.

Die Design-Kunst soll in der dreieckigen Ausstellungshalle in drei Etagen gelagert, verwaltet und hauptsächlich aber ausgestellt werden. Die Verwaltungsbüros, Lagerräume, sowie Konferenzräume und WC's werden an die beiden Katheten des dreieckigen Grundrisses positioniert.

Die Raumgrößen werden wie im Atrium variiert. Dieses äußert sich später in der Lochfassade, die verrät, ob sich dahinter ein Lagerraum oder ein Büro verbirgt. Einige Lagerräume sind innen großzügig verglast, um lagernde Ausstellungsstücke nicht verstauben zu lassen, sonder weiterhin Kunst zur Schau stellen.

Auf der Hypotenusenseite sind die Exponate hinter einer Glasfassade ausgestellt. Im Inneren des Gebäudes führt eine lange Treppe entlang eines lichtbringenden Atriums auf das Dach, auf dem eine Glaskuppel abschließt, die sowohl für Licht sorgt, als auch als Ausguck dient. Für die Erschließung der Ausstellungshalle dient zum einen die Landmark, die drei Meter von der Halle abgesetzt, durch einen Glasgang im Erdgeschoss miteinander verbunden ist.

Eine Aussparung an der zweiten Hypotenusenseite über zwei Etagen bildet den zweiten Eingang, an der zu Oberst eine Ausblickmöglichkeit über das gesamte Zechengelände gestattet ist. Außerdem führt ein Präsentationsgang längs des Atriums von der Gelsenkirchener Strasse hin zur Aussparung des Ausstellungsgebäudes. Es könnte den Anschein haben, als wolle sich dieser Gang dort hindurchschieben.

Der Gang soll nicht nur einladen, sondern auch über das Gelände und dessen Nutzen - über Neu und Alt - informieren und auch Exponate zur Schau stellen.
Am Rande des Ganges bildet eine Baumreihe eine neue Platzsituation, die in Richtung Atrium entsteht. Er öffnet sich von der Eingangsseite zum Zechengelände, auf dem Open-Air-Events stattfinden können.

Hinter der Design School liegt eine Halde aus dem Aushub des ersten Förderturmes der letzten 20er Jahre. Sie soll eine neue Erschließung in Form einer von zwei Cortenstahlscheiben eingerahmten Rampe bekommen. Ein alter zugewachsener Zutritt soll an dieser Stelle neu erschlossen werden.

20 m hohe Cortenstahlscheiben ragen aus der ebenso hohen Halde heraus und laden den mutigen Besucher zum Aufstieg ein, dem dort eine gewohnte Natur mit lohnenswertem Ausblick erwartet. Beim Widerabstieg wird der Betrachter in eine enge Sicht gezwungen, die sich Schritt für Schritt nach unten hin weitet.